Uli Stielike

Uli Stielike,
ein Ketscher Nachwuchstalent macht Karriere Vom Sandplatzknirps zum Fußballstar.Als der kleine Ulli 1962 als 7jähriger in der 3. Schülermannschaft der Spvgg 06 zu kicken begann, sah man bereits, dass der Kleine mit dem Ball umgehen konnte. Dass aus ihm später aber ein Fußballprofi von Weltklasse werden würde, das hätte allerdings damals niemand vorauszusagen gewagt.Seine Karriere ist bisher einmalig im vielfältigen Ketscher Sportgeschehen. Als Knirps schon war er besessen von dem runden Leder, und er ließ keine Gelegenheit aus, sich damit zu beschäftigen. Wenn der kleine Kerl mit dem viel zu großen Trikot auf dem Platz seinem meist größeren Gegenspieler den Ball durch die Beine spielte, schüttelten damals schon die Leute verwundert den Kopf.Sein großes Talent wurde dann auch bald auf Kreis- und Verbandsebene entdeckt. 1968 holte ihn der damalige Verbandstrainer Nordbadens, Herbert Widmayer, in die Nordbadische C-Jugendauswahl. Ihm hat Ulli in seiner Karriere viel zu verdanken. Der erfahrene Fußballlehrer erkannte sofort, welches Riesentalent in dem Ketscher Jungen steckte.

Beim Duisburger Schüler-Länderturnier 1969, wo Ulli bester Spieler seiner Mannschaft war, wurde er kurioserweise nicht in die Schülernationalmannschaft berufen, da er angeblich körperlich noch zu schwach war. So jedenfalls lautete damals das Urteil der DFB-Verantwortlichen.
Welches Riesenglück für Ulli, dass wenig später Herbert Widmayer DFB-Jugendtrainer wurde. Er holte 1972 seinen nordbadischen Lieblingsschüler vom Fleck weg in die A-Jugend-Nationalmannschaft. Als Spielführer und Libero erhielt er dort glänzende Kritiken, und sein Name stand bald in den meisten Notizbüchern der Bundesligatrainer. Doch der frühe Rummel stieg Ulli nicht zu Kopf. Er widerstand den Angeboten der Bundesligavereine und spielte weiter in der Ketscher A-Jugend.

Kurz vor seinem Wechsel zur Aktivität war es dann soweit. Hennes Weisweiler, Trainer von Borussia Mönchengladbach, und bekannt für sein Geschick mit jungen Talenten, hatte das Rennen gemacht. Im Februar 1973 wechselte Ulli ins Gladbacher Fußballlager über. Viele Fußballfreunde erinnern sich heute noch gern an das Ablösespiel gegen die Gladbacher Borussen, das im Sommer 1973 vor fast 5000 Zuschauern im Hockenheimer Waldstadion stattfand.
Und danach ging’s mit Ulli Stielike steil bergauf. Im gleichen Jahr noch wurde er mit Gladbach Deutscher Pokalsieger, 1975 UEFA-Pokalsieger und Deutscher Fußballmeister, 1976 und 1977 seine dritte Deutsche Meisterschaft in der Borussenelf.

Früh begann auch seine internationale Karriere. Gleich nach seinem Wechsel in die Bundesliga wurde er in die Amateurnationalmannschaft berufen, der er bis 1975 angehörte. Zu den herausragendsten Ereignissen gehört hier wohl seine Teilnahme an der Europameisterschaft für Amateure im Jahre 1975 und eine Reise nach China im gleichen Jahr.

Im Mai 1975 berief ihn Bundestrainer Helmut Schön in die A-Nationalmannschaft, wo der erst 21jährige sein erstes Länderspiel gegen Österreich bestritt. Danach gehörte er zum festen Aufgebot, das 1978 Deutschland in Argentinien vertreten sollte. 1977 kam es dann zum Eklat. Ulli entschied sich für ein verlockendes Angebot des spanischen Renommierclubs Real Madrid und kehrte dem deutschen Fußball den Rücken. Dieser Schritt kostete ihn die Teilnahme an der WM ’78, denn der DFB wollte in Argentinien nur Spieler einsetzen, die auch in Deutschland spielten.

Ulli avancierte bei Real Madrid schon in kürzester Zeit zum überragenden Spieler und gewann mit seiner Mannschaft dreimal die Spanische Meisterschaft und einmal den Spanischen Pokal. Eine Leistung, die ihn zu einem der beliebtesten Spieler in Spanien machte.

Nach der Weltmeisterschaft in Argentinien, die für den deutschen Fußball enttäuschend verlaufen war, wurde Jupp Derwall Bundestrainer. Er war es, der Ulli Stielike wieder in die Nationalmannschaft zurückholte. Der Erfolg gab ihm recht, denn 1980 wurde die Deutsche Nationalmannschaft mit dem überragenden Libero Ulli Stielike Europameister. Dieser Titel dürfte wohl der wertvollste sein in seiner an Trophäen reichen Fußballlaufbahn.


Ulli Stielike’s Vereine

1962 – 1973 Spvgg 06 Ketsch
1973 – 1977 Borussia Mönchengladbach
1977 – 1985 Real Madrid
1985 – 1989 Neuchàtel Xamax


Internationale Einsätze für Deutschland

16 Jugendländerspiele
10 Amateur-Länderspiele
42 A-Länderspiele das erste am 03.09.1975 das letzte am 12.09.1984
Europameister 1980
Vize-Weltmeister 1982


Titel mit BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH

Deutscher Meister 1975, 1976, 1977
Deutscher Pokalsieger 1973
UEFA Pokalsieger 1975
109 Bundesligaeinsätze


Titel mit REAL MADRID

Spanischer Meister 1978,1979,1980
Spanischer Pokalsieger 1980,1982
Spanischer Ligapokal 1985
UEFA Pokalsieger 1985


Titel mit NEUCHÀTEL XAMAX

Schweitzer Meister 1987,1988