Zeitungsbericht Jugendsportfest 27./28.06.2015

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Moritz ärgerte sich maßlos, dass ihm ausgerechnet sein Freund Carsten von der gegnerischen Mannschaft den Ball gleich zu Beginn des Spiels durch die Hosenträger jagte. Nach Spielschluss herrschte bei dem Bambini-Torwart aus Neckarau wieder eitler Sonnenschein, denn seine Mannschaft hatte mit 2:1 die Nase vorn.

Apropos Sonnenschein, der ließ sich zu Beginn des Turniers am Samstag überhaupt nicht blicken, denn es regnete in Strömen und so mussten die Bambini, die als erstes beim Ketscher Jugendsportfest an der Reihe waren, am eigenen Körper verspüren, dass Fußball eben eine Sportart ist, die um diese Jahreszeit im Freien betrieben wird. Doch gegen Mittag hatte die Sonne wieder ein Einsehen und verlieh der Veranstaltung den passenden Rahmen.

Über 100 Mannschaften jagten an zwei Tagen auf dem Gelände der Sportvereinigung 06 Ketsch dem Ball nach. Reiner Merkel, der seit einem Jahr als Jugendleiter in Ketsch fungiert und die Hauptlast des Mammutturniers trug, erklärte: „Das Jugendsportfest gibt es schon lange, aber wie wir es in diesem Jahr aufgezogen haben, ist neu. Früher waren nur Mannschaften bis zur E-Jugend am Start. In diesem Jahr haben wir Jugendmannschaften aller Altersklassen, Mädchen und Jungen, an der Veranstaltung teilnehmen lassen.“ Und Merkel schiebt nach. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, die Förderung der Gemeinschaft innerhalb der Jugendabteilung voranzutreiben. Alle müssen an einem Strang ziehen. Als äußerliches Zeichen haben wir sämtliche Jugendmannschaften des Vereins mit den gleichen Trikot-Outfits ausgestattet.“. Dabei habe man bewusst nicht die Vereinsfarbe Blau/Weiß gewählt – die tragen viele Vereine -, sondern sich für die Farben der Gemeinde Ketsch, also Gelb/Blau entschieden.

Mit Eifer bei der Sache

Es machte riesig viel Spaß anzusehen, wie speziell die Kleinsten, die Bambini, mit Eifer bei der Sache waren. Bei der Mannschaft der SG Oftersheim stach dabei der erst vierjährige Phil heraus. Der junge Kicker, der mit seinem sechsjährigen Bruder Noah im Team der Grün-Weißen spielte, fiel durch seinen Tatendrang, Schnelligkeit und dem glänzenden Umgang mit dem Spielgerät auf.

Auf die Frage, wer denn sein fußballerisches Vorbild sei, kam zunächst wie aus der Pistole geschossen: „Der sC Freiburg und Deutschland.“ Vater Marcel präzisierte dann das Ganze: „Der Mann meint, welcher Spieler dein Vorbild ist.“ Andre Schürrle ist’s, der Nationalspieler, jetzt in Diensten des VfL Wolfsburg, weil er so schnell sei. „Ich bin auch sehr schnell“, fügte der kleine Kicker mit Stolz in den Augen nach.

Während bei einigen Trainern und besonders bei Eltern der Kinder und Jugendlichen, trotz der „schönsten Nebensache der Welt“, dem Fußball, immer wieder überzogener Ehrgeiz ans Tageslicht kam, war beruhigend mit anzusehen, dass es auch mit dosierten Emotionen ging.

Olympischer Gedanke zählt

Bei der E4-Jugendmannschaft von 08 Hockenheim Jahrgang 2005 zum Beispiel, stand ganz klar der Olympia-Gedanke, „dabei sein ist alles“, im Vordergrund. Trainer Thomas Dummer und sein Co-Trainer Jan Schöninger sahen das alles sehr relaxt. „Unsere Jungs sind Kummer gewohnt. Wir haben in unserer Staffel noch kein Spiel gewonnen, über 100 Gegentore bekommen und nur fünf Tore erzielt. Dennoch haben unsere Jungs Spaß am Fußball und den wollen wir ihnen nicht nehmen. Deshalb sind wir mehr als Psychologe denn als Trainer gefragt“, meint Dummer mit einem Lächeln.

Ein Team aus dem Taunus

Auch beim Turnier in Ketsch bekamen die Hockenheimer unter anderem gegen den späteren Turniersieger TV 1844 Ittstein mit 12:0 eins auf die Mütze. „Da hat ja unsere Mannschaft jede Minute ein Tor bekommen“, stellte der Vater von Tom, der kurz bei der Veranstaltung vorbeischaute, dann mit einem gewissen Galgenhumor folgerichtig fest.

Bei den E-Junioren ging die am weitesten angereiste Mannschaft von TV Ittstein im Taunus als Sieger des ersten Turniertages hervor und bei den B-Junioren hatte das Team aus dem Schwarzwald die SGM Berneck-Wart nach Elfmeterschießen mit 8:7 die Nase vorn.

Am zweiten Tag stellten die F-Junioren mit über 40 Mannschaften das größte Kontingent. Auch hier gab es wie schon bei den Bambini am Ende kein Sieger und Verlierer und alle teilnehmen Kinder wurden mit einer schmucken Medaille und einer DFB-Plakette ausgezeichnet. Der Turniersieger der C-Jugendlichen lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Am Wochenende geht es weiter, dann sind die männlichen D-Jugendlichen an der Reihe sowie die Mädchen- und Damenmannschaften. Auch hier haben sich über 60 Teilnehmer angemeldet

© Schwetzinger Zeitung, Montag, 29.06.2015

 

Weitere Fotos zu unserem Jugendsportfest finden sie auf unserer Homepage in der Galerie. www.fussball-ketsch.de

Unter der Rubrik Jugendturniere finden Sie auch die Spielpläne mit den Ergebnissen.